Mi.. Juni 10th, 2026
Michael Gallmeister, Piltene (Lettland), wird beim STAMMTISCH LETTLAND am Sonntag, 14. Juni 2026, auf der Strandterrasse der "Mermaid" in Libau dabei sein

Deutsche in Lettland beklagen häufig die mangelnden Talente ihrer lettischen Freundinnen und Freunde zur Kooperation. Doch wie sieht es eigentlich mit der Kooperation der deutschsprachigen Gemeinschaft innerhalb Lettlands und darüber hinaus aus?

Und falls gegenseitig nützliche Zusammenarbeit hier und da, eher öfter, scheitert: welche Rolle spielt hierbei eigentlich die zersetzte Grosslage in der „Bundesrepublik“ 2026 – und welche Rolle spielen bundesrepublikanische, staatliche oder „nichtstaatliche“, Institutionen, die in unserer Ostsee-Republik aktiv sind?

Welche Risiken folgen daraus auch für die Interessen Lettlands?

Wie kooperationsfähig sind Deutsche heute eigentlich noch untereinander, abseits der üblichen durchfinanzierten staatlichen und quasistaatlichen Institutionen und ihrer Programme, sowohl im In- und Ausland?
Und was mag das mit der „Kulturhauptstadt 2027“ in Kurland, nämlich Liepāja (Libau), dringend zu tun haben – während sogar deutsche Journalisten abgelenkt werden und selbst vor Ort in Libau deutsche Kooperationsdefizite aus dem Blick nehmen?
Lassen wir den „Brainstorm“ am Sonntag, 14. Juni 2026, 13:00 Uhr, auf der Terrasse der Beach Bar „Mermaid“ über den Strand Liepājas wehen.

Letten über Liepāja (Libau):

„Pilsēta, kurā piedzimst vējš“

„Die Stadt, in der der Wind geboren wurde“

(Volksweisheit)


Zufällig bietet das „Deutsche Kulturforum östliches Europa“ vom 14. Juni bis 17. Juni 2026 eine geführte Pressereise in die „Kulturhauptstadt Europas 2027“ an. Von den ursprünglich vorgesehenen 14 Plätzen konnten immerhin 10 deutsche Buchungen bestätigt werden.
Auch in diesem deutschsprachigen Online-Magazin aus dem und für das Baltikum wurde die Werbetrommel für die nun zehnköpfige Pressereise nach „L2027“ gerührt.
Seit Ende Februar 2026 war dem Organisator beim „Kulturforum“, Martin Pabst, diese Unterstützung bekannt. Es bestand Direktkontakt zu ihm.
Bekannt, wie auch der Planungstermin 14. Juni 2026, für einen – möglicherweise gemeinsamen – STAMMTISCH LETTLAND in Libau, um die Pressegruppe über die Hintergründe, Erfahrungen, Recherchen zur Thematik seit nicht erst 2025 zu briefen.
Über gut dreieinhalb Monate sah sich das „Kulturforum“ für seine Pressereisegruppe nicht in der Lage, das angebotene Zeitfenster am Ankunftstag und am angegebenen Ort ab 12:00 Uhr planerisch zu berücksichtigen. Nullkooperation.
Die 10 teilnehmenden Medienschaffenden, individuell oder als Guppe, bleiben natürlich neben Martin Pabst weiter eingeladen, heißt es vom STAMMTISCH LETTLAND. Man winkt ihnen weiterhin von der Terrasse der schönsten Strandbar der Ostsee-Republik gastfreundlich, hilfsbereit zu.


Dieses dreieinhalbmonatige Beispiel für die typischen Kooperationsdefizite in der deutschbaltischen Szene ist nur illustrativ. Weitere Beobachtungen und Fallstudien bieten „Domus Rigensis“, die „Deutschbaltische Gesellschaft“, die „Kulturvereine“ in Lettland selbst (wenn die auch verdienstvoll nahezu ausschließlich von Lettinnen und Letten getragen werden), der „Deutsche Akademische Austauschdienst“ (DAAD), das „Goethe-Institut“ sowie, last but not least, die Botschaft der „Bundesrepublik“ mit ihren offenen und verdeckten Akivitäten im Gastland. An weitere Beispiele wäre zu denken.
Die Tatsache, dass die sehr professionellen und gut finanzierten Aktivitäten dieses Spektrums zunächst Berliner „Propaganda“ verbreiten, sei eine Randnotiz der Problematik.
Und natürlich auch die sehr spezielle Szene der deutschsprachigen Studierenden an RSU und RTU sollte mit ihrer evidenten Unfähigkeit zur Kooperation über das Ego und Curriculum hinaus in den Blick genommen werden.

Können das alles Zufälle sein? Man sollte über die Ursachen sprechen. Sie werden kaum „mystisch“ wie eine „Mermaid“ sein. Hypothese: Die Gründe für die Zersetzung des Gemeinsamen, jenseits punktueller Kontakte, dann zumeist auch nur beschränkt auf die Diaspora der Karrieristen, liegen im Zustand der bundesrepublikanischen Gesellschaft und der Auswirkungen der Zersetzung auf Lettland.
Die deutschsprachige Gemeinschaft in Lettland spiegelt sich in der Polykrise im Westen. Dabei importiert sie zusätzliche Instabilität nach Lettland. Gibt es andere Hypothesen?

Der STAMMTISCH LETTLAND, eine Tradition seit 2 Jahrzehnten, hat einen neuen „Schatz“ gefunden, der nun die Tische schmückt

Liepāja (Libau) als Hafenstadt kommt nicht umhin, zu Meerjungfrauen („Mermaid“ auf Englisch) ein liebevolles Verhältnis zu pflegen. Eine angehende „Kulturhauptstadt Europas“, in der Wind oder gar Sturm geboren wird, muss einfach in der Ostsee schwimmende oder über das Meer reisende Damen am Strand willkommen heißen.

Einen besonderen Beitrag leistet hierbei auch die dänische Reederei STENA LINE, die mehrmals wöchentlich Lübeck-Travemünde mit Liepaja verbindet. Regelmäßig als Norddeutschlands verlässliche Alternative zur kriselnden Luftfahrtgesellschaft airBaltic, zu im Vergleich wirklich mystischen, zauberhaften Preisen und mit fantastischem Preis-Leistungsverhältnis.


So launenhaft, verflucht, trügerisch Meerjungfrauen sein mögen, so unbeständig war bislang das Engagement der deutschsprachigen Gemeinschaft innerhalb und außerhalb des lettischen Festlands hinsichtlich „L2027“. Immerhin eines „europäischen“ Großprojekts. Aber ohne „die Deutschen“.
Überraschenderweise zeigten sich etablierte Organisationen, einige sind vorstehend aufgezählt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, überwiegend desinteressiert. Insbesondere aus der „Deutschbaltischen Gesellschaft“ sind keine Projektvorschläge bekannt.
Doch bis Anfang 2026 gab es einige kleinere, mitunter lokale, Projektvorschläge aus dem (auch neuen) deutschbaltischen Spektrum. Alle Anregungen und Einreichungen, ohne Ausnahme, versandeten bei der Libauer Projektgesellschaft, wie es zum Redaktionsschluss scheint.
Hinsichtlich der lokalen Kleinprojekte, teilweise sogar aus Kurland selbst, war zudem bislang keine Unterstützung der etablierten deutschen Organisationen zu erkennen. Wer weiß anderes zu berichten?

Ein Facebook-User kommentierte zur Kritik an der Libauer Projektgesellschaft „L2027“ durch den erfolgreichsten Gastronomen der Stadt, der auch Betreiber der „Mermaid“ ist, sogar
(mit Bezug zu Liepāja):


„Before, this place was money laundering, now it’s straight up burning.“

(Facebook)

Seit Mai ist sogar eine sich einschießende Kampagne des Dänen Louie Fontaine, des Betreibers des Libauer „Fontaine Rock Palace“, „Gipsy Camp“, „Valhalla“, „Fontaine Mansion“, der „Mermaid“ und anderer lettischer Immobilienprojekte zu beobachten.
Eine veritable Kampagne gegen „L2027“.
Deutsche Journalisten oder das „Deutsche Kulturforum östliches Europa“ wollen davon natürlich nichts wissen. Warum eigentlich nicht?
Fontaine entwickelt aktuell eine alte Burg in Spanien. Sein Vater begründete die Kopenhagener Immobiliendynastie und lehrte Rock-Louie, der zudem in den USA und auf Madagaskar verwurzelt ist, seine kaufmänischen Fähigkeiten. Don’t mess with Vikings.

Die Kritik des dänischen Großinvestors in Libau schlägt ein wie die „dicke Berta“: Soll das verschwiegen werden?

Die deutschen Kooperationsdefizite in Lettland stehen also offenbar nicht alleine. Auch in Libau selbst läuft die Kooperation nicht so ganz rund. Wie dem auch immer sei, die „Mermaid“ von Fontaine ist jedenfalls der richtige Platz darüber zu sprechen und den Wind, der in dieser Stadt geboren wird, anheben zu lassen. Würde er zu einem Sturm, dann ist das eben so.

Denn die Frage steht im Raum, ob eine künftige deutsche Regierung den vorbezeichneten Organisationen, Institutionen nicht für einige Jahre erstmal ganz das Wasser finanziell ablassen sollte oder gar wird.
Es spricht einiges dafür.

Ein probater Weg wäre, das Soziotop und verfilzte Ökosystem erstmal über einige Jahre austrocknen zu lassen und dann zu evaluieren, wer noch aktiv ist und hiernach die reduzierten Finanzmittel neu zu verteilen. Den deutschen und europäischen Steuerzahler würde das gewiss erstmal erfreuen.

Wie dem auch immer sei, eine neue deutsche Regierung in Berlin – und zuvor in der einen oder anderen Landeshauptstadt – wird es geben.
Man sitzt in Lettland diesbezüglich einem dramatischen Aufklärungsdefizit auf.
Times are a’changin‘ – offenbar auch unter Dänen in Lettland und westwärts.
„The Wind of Change“ war schon immer ein europäischer Sturm.

Die Preise in der Libauer „Mermaid“ des Lokalrebellen Louie Fontaine sind jedenfalls angemessen

Jedenfalls muss man leider feststellen, dass mittlerweile Kritik an der Organisation „Liepāja 2027“ (L2027) anhebt und diese negativen Vibrationen unter dem Strich nicht windstill werden dürften für Libau und seine Ambitionen im Jahr 2027.
Das war so auch absehbar. Das ist Kommunalpolitik. Gegenwärtig wird im Ort viel Geld ausgegeben, freilich nicht immer sinnvoll. So wird die an den Hafen und das STENA LINE Terminal angrenzende Hauptverbindungsstraße durch Neulibau (Jaunliepāja), die Oskara Kalpaka iela und die Raiņa iela, plötzlich in voller Länge aufgerissen und erneuert. Zwanzig Jahre hatte man dafür Zeit. Nur ein Jahr vor 2027 koppelt man nun den Hafen ab. Eintreffende Besucherinnen, Besucher, Touristen, Pressegruppen stranden 2026 im Libauer Hafen.
Einige Taschen werden voller, einige werden weniger voll, einige bleiben leer.

Das ist kein leichter Job, den die „L2027“ Damen in Liepāja „unfriedlich“ auszubalancieren haben.
„(Ne)miers“ – auf Lettisch „Unfriede“ oder „Unrast“ – ist ihr Motto.

Für alle Deutschsprachler/innen in Libau eröffnet sich jedenfalls am

Sonntag, 14. Juni 2026
13:00 – 16:00 Uhr
c/o Strandbar „Mermaid“
Parkplatz am Ende der
Roņu iela
LV-3401 Liepāja


mit der Exkursion des STAMMTISCH LETTLAND eine Option, darüber zu sprechen und beizutragen.
Herzlich willkommen, winkt die Meerjungfrau:

Save the Date, Spread the Word 📌 Die nächste STAMMTISCH LETTLAND Exkursion findet am Sonntag, 14. Juni 2026, nach Liepāja statt: 13:00 – 16:00, auf der Strandterrasse der Beach Bar „Mermaid“ ☀️🍻🍷🥨
Impuls-Thema: „L2027: Deutsche Kooperationsdefizite“

Von Bruck M. Kimmerle

Das erste Mal in den Baltics (Litauen) in 2003, seit 2006 geschäftlich und privat in Riga ansässig, seit 2007 Veranstalter, Organisator, Koordinator des Berliner Expertennetzwerks BALTISCHER DIALOG, seit 2024 Reaktivierung des länger als 2 Jahrzehnte bestehenden STAMMTISCH LETTLAND in Riga. Gott schütze Lettland!

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