Mo.. Mai 11th, 2026

Noch 2012 gab es eine grosse Ansammlung von meist russischsprachigen Bürgern und Nichtbürgern Lettlands zum Gedenken an die Befreiung vom Nationalsozialismus im Siegespark (Uzvara Parks) Riga.

siehe dazu auch: https://lettlandweit.info/archiv-zur-geschichte-lettlands/

Am 13. Mai 2022 unterstützte der Stadtrat von Riga den Abbau des Siegesdenkmals (welches 1985 in der Sowjetzeit errichtet wurde) und am 16. Juni verabschiedete die Saeima das Gesetz „Über das Verbot der Ausstellung von Gegenständen, die Sowjet- und Nazi-Regime verherrlichen, und ihre Demontage im Gebiet der Republik Lettland“. Am 25. August 2022 wurde der Obelisk des Denkmals abgebaut

Schon Ende der 30er Jahre plante Ulmanis dort einen monumentalen 60m hohen Siegesturm zu errichten, der Zweite Weltkrieg verhinderte das ehrgeizige Vorhaben.

Heute ist von den kolossalen Projekten nichts mehr übriggeblieben, friedlich patrollieren ein paar Polizisten um mögliche Ansammlungen am 9. Mai 2026, zu verhindern.

Interessant bleibt vor dieser Entwicklung die Geschichte des lettischen Freiheitsdenkmals aus der Ulmaniszeit in Riga, welches seltsamerweise NICHT von den Sowjets gesprengt oder vernichtet wurde.

Befreit wurde immer gerne, erst Lettland vom Zarenreich 1918, dann 1940 Lettland durch die Bolschewisten vom autoritären Ulmanis Regime, dann 1941 Lettland vom Bolschewismus durch Nazideutschland, dann 1945 von Nazideutschland durch die Sowjetunion, dann 1991 mit europäischer und internationaler Unterstützung von der endenden Sowjetunion …

Das Gedenken an die Befreiung von Nazideutschland u.a. auch durch die Sowjetunion hat zumindest für die wenigen damals noch übriggebliebenen Juden eine hohe Bedeutung. Für die Letten sah die Sachlage etwas zwiespältiger aus, die meisten von ihnen sympathisierten mit der deutschen Besatzungsmacht, welche ihnen versprach gemeinsam erfolgreich den Bolschewismus zu besiegen und somit Lettland eigenständig zu erhalten.

Die Deutschen konnten nur noch fliehend das Land verlassen.

Schwierig ist es immer wenn ein Volk von aussen „befreit“ wird.

Siehe dazu auch: https://lettlandweit.info/die-beziehung-der-deutschbalten-und-deutschen-zu-russland-von-1915-bis-1945/

Gedenken und Anklage

Vor der russischen Botschaft in Riga auch nichts besonderes:

Ohne detailiert auf die Anklagepunkte einzugehen stehen den hier angegebenen getöteten 648 Kindern etwa bis zu 20.000 tausend getötete Kindern im Gazakrieg gegenüber. Und die Ukraine ist bisher nicht wie der Gazastreifen vollständig zerstört worden und kann nur noch durch Lebensmittel -Hilfslieferungen kärglich dahinvegitieren wie Palästina.

Europatag im Wöhrmannpark

Auf dem Weg zur Europatagveranstaltung fällt mir eine ungeheuer lange Menchenschlange auf, – gibts etwa Freibier? Nein, aber sicher etwas umsonst. Bei näherem Hinschauen entpuppt sich das ganze als eine gemeinsame Werbeveranstaltung von zwei kommerziellen schönheits – äesthetik Firmen welche kostenlose Beratung und Untersuchung anbieten, – kranke dekadente Gesellschaft…

Weiter spaziert an der deutschen Botschaft fällt mir das Banner ins Auge welches alles andere als die Realität widerspiegelt (Europa. Kraftvoll. Gemeinsam übersetzt).

Nun erreichen wir den Europatag im Wöhrmannpark:

Man kann nicht gerade von grosser Publikumsteilnahme sprechen. Die einzelnen europäischen Staaten habe je ein kleines Zelt zur Präsentation, historisch sehr lustig die Assoziation an die österreichisch – ungarische Monarchie:

Vor dem deutschen Stand unterhalte ich mich kurz mit einer Mitarbeiterin des Goetheinstitutes Riga, bezüglich des Interesses lettischer Bürger an Deutschland und deutscher Sprache erhofft sie sich das nach der neuen Schulgesetzgebung, als zweite Fremdsprache darf nur noch eine EU Sprache gewählt werden, das nun wieder vermehrt auch Deutsch gelernt und gelehrt wird. Die Sprache des grossen Nachbarlandes Russland ist somit im Schulbereich tabu.

Die Sicherheit ist das überall hervorstechende Bild, von Polizei bis zur Armee.

Einen etwas älteren Polizisten an seinem Polizeipräsentationsstand frage ich wie es kommt das in Lettland fast dreimal soviel für die innere Sicherheit ausgegeben wird wie in Deutschland, er glaubte das nicht, auch die Tatsache das in Deutschland im normalen Strassenverkehr kaum Polizeifahrzeuge zu sehen sind, hingegen in Lettland extrem häufig, bestritt er nur teilweise und begründete das mit der anderen Mentalität der Bevölkerung in Lettland ohne explizit die russische Mentalität zu erwähnen. Was das den soll, fragte ich, wenn auf einer kilomterlangen geraden Strasse, in unbewohntem freien Gelände, Strafen für Geschwindigkeitsübertretungen vorgenommen werden. Ja, meinte er das würde er auch etwas kritisch sehen inwieweit hier notwendiger Handlungsbedarf vorliegen würde. Mehr und mehrwerdet ihr doch nur zu ausführenden Robotern unabhängig der wirklichen Situation. ja, das stimmt, meinte er, früher gab es viel mehr Ermessensspielraum wie ein Polizist in einer bestimmte Lage handeln konnte, oft hat er früher sich auch mit einer mündlichen Verwarnung bei einer Verkehrsübertretung begnügt. Heute allerdings mit dem gesamten Überwachungsapparat, Audio- Videoaufzeichnungen wären einem die Hände gebunden. Und warum sei es zu dieser unpersönlichen Situation gekommen fragte ich, er wies mit den Händen nach oben, ah- meinte ich, gottgewollt …

Militär

Zum Abschluss besuche ich noch die Militärzone des Europatages.

Hier wird Werbung für den Eintritt in den Kriegsdienst Lettlands gemacht. 11 Monate sind mittlerweile wieder Pflichtdienst, aber so antwortete man mir auf die Verdienstfrage, schon wenn man einen Vertrag für 2 Jahre unterschreibt bekommt man 1400 EUR nach Steuerabzug auf die Hand, direkt schon im ersten Monat. Also etwa das doppelte des lettischen Mindestlohns. Mit Geld Krieger schaffen …

Auch die neue Militärjugend ganz im historischen Stil scheint karriereorientiert zu sein. Auf meine Frage ob er denn freiwillig in der Jugendorganisation sei und was er sich davon verspricht, antwortete mir der „Pimpf“ die Eltern hätte ihn nicht dazu gedrängt, und wenn er später in die Armee eintreten müsse hätte er durch die hier und jetzt erworbenen Vorkenntnisse einen Vorteil bei Dienstantritt und könne schneller eine mögliche Offizierslaufbahn einschlagen.

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