Sie haben keinen Adelstitel auch keinen bis ins Mittelalter reichenden Stammbaum, aber Geld.
Hier ein kurzer Bericht zum alten Herrensitz Puhren (heute Pure, bei Tukums)
Ein paar Notizen zur Geschichte
Ursprünglich befand sich auf dem heutigen Gutshof, um 1407 vom Livländischen Orden an Heinrich von Derpt vermacht einige Holzhäuser. Im Jahr 1728 übernahm die Familie von Rönne offiziell die Herrschaft über den Gutshof und begann das bis heute sichtbare Herrenhaus aufzubauen.

In den Rigaschen Anzeigen von 1775 wird eine Belohnung für ein ganzes entlaufenes Gesinde vom Gut Puhren vom Baron Rönne ausgesprochen, in Höhe von 50 bzw. 80 Talern:
Das Entlaufen von diesem Hof war wohl nichts Ungewöhnliches auch 1796 finden wir wieder eine Anzeige dazu in der Mitauschen Zeitung
https://periodika.lv/periodika2-viewer/?lang=fr#panel:pa|issue:1255568|article:DIVL9|query:Puhren%20
Eine besonders hilfsbereiter und nette Gutsherrenfamilie werden die von Rönne wohl nicht gewesen sein, wenn immer wieder Leute vom Hofe fliehen. Auch 1919 in den Wirren der Auflösung der Ostseeprovinzen gelang es dem Baron Rönne nur knapp der Vollstreckung zum Tode durch die Bolschewisten zu entkommen.
https://periodika.lv/periodika2-viewer/?lang=fr#panel:pa|issue:93229|article:DIVL40|query:Puhren%20
Gustav Philipp von Rönne der Erbauer des Herrenhauses war auch ein Mitglied der Freimaurer und richtete im tiefen Gewölbekeller des Herrenhauses eine geheime Freimaurerloge ein. Dies führte zu Spukgeschichten in der umgebenden Bevölkerung, am Ende schien es eine Diebesbande zu sein welche ihr klappriges zusammengerafftes Gut im Keller heimlich einlagerte…
Ursprüngliche Gesamtfläche des Anwesens
1887 bestand die Gesamtfläche des Gutes aus ca. 2500 Hektar aus der Wertschätzung von Carl Möhring, Mitau 1887, entnommen.
1920 begann dann mit der neuen lettischen Republik die radikale Enteignungswelle aller deustchbaltischen Gutsbesitzer der auch die Familie Rönne zu Opfer fiel. Dennoch verblieben sie noch auf ihrem Restgut (50 Hektar) bis etwa 1930 wo sie dann der staatlichen Gartenbau-Versuchsstation ihr Herrenhaus übergaben und in bescheidenen Verhälnissen noch bis 1939 in Lettland verblieben.

In der Sowjetzeit wurde der Gutshof weiter als Gartenbau Versuchsstation betrieben allerdings wuchs das Gesamtgelände drumherum auf stolze 8.400 Hektar an.
Vor etwa 10 Jahren hat ein Deutscher Unternehmer den Gutshof in sehr schlechtem Zustand erworben und ist seitdem kontinuierlich mit hohem finanziellen Aufwand dabei das Anwesen, nunmehr noch 2,6 ha insgesamt, wieder nutzbar zu machen und zu restaurieren.

Er möchte das Anwesen zum Teil für seine Familie nutzen, aber einen Teil der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, z.B. für Veranstaltungen.


Noch sind etwa 50 % der Bauarbeiten durchgeführt, es gibt immer noch einiges zu tun.



Aber die auch die ersten privaten Räume sind schon wohnlich hergerichtet, so das der Hausherr bei seine Besuchen in Lettland diese auch nutzen kann.
Geplant ist auch vom Besitzer in Zukunft in Verbindung eventuell mit der in Pure ansässigen Lebensmittelfirma einen Pharmaziestandort zu entwickeln.