Fr.. Mai 1st, 2026

Zur Abwechslung hat die Kreisverwaltung Ventspils mit der Tourismusinfo Ventspils diese Konferenz mal auf der Fähre Stena Scandia, welche täglich die Route Ventspils – Nynäshamn – Ventspils bedient, organisiert. Von 10 bis 15.40 Uhr war ein reichhaltiges Programm vorgesehen, beginnend mit der Einführungsrede des Bürgermeisters von Ventspils, Janis Vitolins.

Neben dem üblichen Süssholzgeraspel was den Standort Ventspils und die erfolgreichen Investitionen der Stadt in den Tourismussektor betrifft gab es eine interessante Neuigkeit:

Versuch der Wiederaufnahme der Fährverbindung Ventspils Saarema.

Schon demnächst, versicherte Herr Vitolins, werde er nach Tallinn reisen um intensive Gespräche diesbezüglich zu führen, allerdings müsse noch ein Reeder gefunden werden welcher diese Linie bereit ist zu betreiben. Auch im Bezug auf die Kulturhauptstadt Liepaja 2027 möchte man versuchen diese Fährlinie wieder zu aktivieren.

Die Fährverbindung zwischen Mõntu (Saaremaa) und Ventspils wurde hauptsächlich zwischen 2005 und 2008 betrieben. Die Route wurde von SSC Ferries (einer Tochtergesellschaft der Saaremaa Laevakompanii) geführt, jedoch nach der Wirtschaftskrise 2008 eingestellt. Es gab zwar Bemühungen, den Fährbetrieb wieder aufzunehmen, unter anderem mit Plänen für 2019, aber es konnte kein geeigneter Betreiber gefunden werden.

Für 2026 haben 4 Kreuzfahrtschiffe den Besuch von Ventspils angekündigt, darunter eines aus Deutschland:

Interessant ist auch das das im Vergleich 2025 zu 2024 die Anzahl der Touristen in Ventspils um 3,7 % gestiegen ist. 306000 Besucher verzeichnete der Freizeitpark Lembergs Hut, allerdings nur 39000 Besucher die Ordensburg, man sieht Kultur und Geschichte befindet sich touristisch eindeutig auf dem absteigenden Ast. Erlebnis- und Sporturlaub stehen im Vordergund.

Was die Tourismuszahlen betrifft so hat selbst 2025 sich die Branche immer noch nicht vollständig von dem Corona Blackout erholt, selbst 2025 war die Anzahl der Touristen in Ventspils noch ca. 1% weniger als 2019. Besonders der Anteil ausländischer Touristen lag 2025 immer noch knapp 15% unter der Anzahl von 2019.

Die Nutzung von Unterkünften wurde immer noch am meisten von Litauern frequentiert, welche ca. 1/ 4 der Touristen in Ventspils ausmacht, auch wenn die Tendenz aufgrund der stark gestiegenen Preise etwas rückläufig ist, ebenso auch stagnierend die Nutzung deutscher Touristen von Unterkünften in Ventspils.

Am meisten haben die Litauer in Ventspils ausgegeben, aufgrund natürlich auch ihres grossen Anteils, die Deutschen sind hingegen sparsamer geworden. Besonders der Gastronomiesektor hat knapp 4% Umsatz an Touristen im Vergleich 2024 zu 2025 verloren.

siehe dazu auch:

Man kann locker von einer Verdoppelung der Preise in der Gastronomie ausgehen im Vergleich von Vorcorona und Nachcorona, obwohl trotz Inflation die Löhne und Einkaufspreise maximal um 30% sich erhöht haben.

Vielleicht noch interessant die Statistik aus welchen Staaten andere Länder touristisch bevorzugt werden (Izcelosana Valst = Herkunftsland, Galamerkis = bevorzugtes Zielland). Bei den Esten steht an erster Stelle Lettland als Reiseziel, bei den Litauern Lettland an zweiter Stelle, ansonsten sthet Lettland weit abgeschlagen in der Rangliste der touristischen Ziele.

Der hohe statistische Anteil englischer und irischer Touristen möge Aussenstehende etwas verwundern, aber hier muss man bedenken das etwa 90% der Reisenden aus diesen beiden Ländern, wie auch aus Norwegen und teilweise Schweden, ausgewanderte lettische Arbeiter (mehr Arbeiterinnen) sind, welche regelmässig im Sommer für ein paar Wochen in Lettland ihre Verwandten besuchen.

Für Stenaline sprach Eliza Rutka und gab uns einen Überblick über die vielverzweigten Aktivitäten der Linie und ihren Fährverbindungen, so sind sie neuerdings auch auf der Verbindung Spanien Marokko tätig. In sozialen (mitunter könnte man sie auch asoziale Medien nennen) Medien sind sie stark aktiv, insbesondere auch um mehr schwedische Kunden für die Linie Lettland Schweden zu generieren.

Auf meine Frage ob denn es nicht sparsamer und ökonomisch klug wäre die Schweden- und Deutschlandlinie vom Baltikum in einem Hafen abzuwickeln, Ventspils oder Liepaja, antwortete sie, diesbezüglich gäbe es zur Zeit keinerlei Pläne. Erfreut nahm Herr Vitolins diese Aussage zur Kenntniss und bedankte sich geradezu bei Stenaline das sie einen grossen Frachtanteil im Hafen und somit auch einen grossen Teil der Logistik nutzen würden mit ihrer täglichen Schwedenfahrt.

Verständlich wenn man einen Blick auf den grossen leeren Hafen in Ventspils wirft.

Dann wurden wir von der Firma Rois.lv über die Marketingmöglichkeiten online belehrt. Nach Aussagen der „Havard Universität“ würden 95 % der Kaufentscheidungen im Unterbewusstsein und emotional entschieden. Nun, also wenn ich zur Tankstelle fahre, im Supermarkt einkaufe, Teile für die Reparatur meines Autos einkaufe ???. Ziemlich theoretische Amianalyse, – Bullshit!

Herr Egliens wiess als Lehrer der Tourismusschule anschaulich aus eigener Erfahrung auf die veränderte Erinnerungskultur, was Reisen betrifft, hin. Der Trend geht weg von den grossen Highlights welche auf dem Besichtigungsprogramm stehen, wie Eifelturm, Kathedralen etc. mehr hin zu einem persönlichen Erlebnis in Verbindung mit vertieftem Kontakt zu Einheimischen.

Fazit:

Obwohl wir uns bis heute noch nicht völlig vom Coronawahnsinn erholt haben, psychisch wie ökonomisch, steht schon die neue Krise mit einem dicken Klumpfuss in der Tür, der künstliche Mangel von Rohstoffen, insbesondere Treibstoffen, welcher durch forcierte und provozierte Kriege geschaffen wurde. Die Auswirkungen auf die Tourismusbranche werden nicht lange auf sich warten lassen.Flüge werden gestrichen und die verbliebenen werden doppelt so teuer und mehr. Arbeitsplätze fallen weg, der Konsum geht zurück. Die Inflation wird übermässig zunehmen, und wenn dies in Lettland noch extremer ausfällt als in anderen Staaten so wird die Entscheidung vieler Touristen auf ein anderes günstigeres Reiseland fallen.

Tja, als ich zum Ende der Veranstaltung an einem kleinen Büchertisch ein Buch kaufen wollte

und mit Kreditkarte beabsichtigte zu bezahlen, konnte der mobile Kartenleser mangels Internet im Fährterminal nicht in Betrieb genommen werden, – der Anfang vom Ende …

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