So.. Juni 14th, 2026

Das Ich, welch ein flüchtiges Wesen, wenn es seinem Ende entgegengeht.

Keine Reue, kein Bedauern, keine Sehnsucht, einfach nur noch die Erschöpfung eines intensiven ausgefüllten Lebens, mit einer Prise von kosmologischer Weite, welche das Ich mitunter etwas in den Hintergrund treten liess. Es kommt vermutlich wieder, nur in anderer Form, hoffentlich verstrickt es sich nicht zuviel in Selbstbehauptung und – darstellung sowie Gier, sondern kann spielerisch mit der Notwendigkeit des ewigen Formenwandels umgehen.

Das Ich, und die immer wieder frische Kraft, welche neue Formen entstehen lässt, durch zusammenbinden, zusammenpressen von Materie, – altertümlich könnte man es Seele nennen, sind nicht gleichzusetzen!

Diese Kraft ist vermutlich im Gegensatz zu einer angenommen Seele etwas ganz unpersönliches. Im besten Falle variiert sie vorkommende Formen in Raum, Zeit, Vergangenheit und Zukunft, und die Vergeblichkeit auch dieser Kraft, langfristig eine Form erhalten zu können, und sie keinerlei Willen hat Wiederholungen auszuweichen, lässt sie immer wieder neu, blind kreieren.

Die kindliche Frage, wann hat das denn angefangen?, ist genauso kindisch wie die Frage, wann es aufhören wird? – Nie, – den Trugschluss des individuellen Todes auf das Universum auszudehen verkennt wie aus dem Tod wieder Leben entsteht und umgekehrt.

Irgendwie denkt man sich, wenn man ein etwas über das alltägliche Ich herausragendes Bewusstsein hat, den Zusammenhang, in dem man mit seinem kleinen Ich und seinen Handlungen in der grösseren Umgebung Zeit, aus Geschichte resultierend, gespeist steht.

„Eingebettet“ in irgendeiner Staats- Gesellschaftsform, Diktatur, Demokratie, Monarchie, Theokratie, Absolutismus, Kommunismus, von und für die Oberen Herrschenden gestaltet. Wenn man im alltäglichen Ich verbleibt braucht man nur entsprechend als Sklave der gewünschten und zu erhaltenden Dinge zu reagieren.

Oder man agiert mit dem Bewusstsein einer weiteren Sphäre in Zeit und Raum.

Der Eine hat den psychologischen Vorteil der geistigen Faulheit nicht agieren, sondern nur reagieren zu müssen. Der Andere die Last und Lust der spielerischen Freiheit, beide erwischt es schliesslich kalt als vergängliches, körpergebundenes Ich.

Neue Abenteuer erwarten einen in dieser unendlichen Metamorphose, mit Leiden und Freuden gespickt, selten ausgeglichen, oft von langer Stagnation durchsetzt.

Nehmen wir doch dieser Metamorphose diesem ewigen kosmischen Formenwandel jegliche moralische Intention weg, – und dann in einer kurzen oder längeren Zeitspanne des Möbiusbandes der Formen können wir eine Moral situativ vertreten, ohne jegliche Allgemeingültigkeit, nur durch die Übereinkunft mit sterblichen Mitbewohneren einer vergänglichen Welt. Ein freundliches Spiel anstatt eines gewaltsamen Krieges Jeder gegen Jeden für Schimären. Das wäre doch mal einen Versuch wert als eine von unzähligen Varianten von Leben und Gesellschaftsformen.

Was hindert uns daran?

Beim einfachen Volk das Verhaften in der Gewohnheit und bei den herrschenden Cliquen die Gier nach Reichtum und Macht. Beide sind sterblich!

Da nur kann der Hebel angesetzt werden.

Ohne grundlegende Philsosophie, welche die Frage nach Tod und Leben in der unendlichen Zeit stellt, und als zuträglichste aller Möglichkeiten den unendlichen Formenwandel annimmt, steht das menschliche Denken und Wollen im leeren Raum.

Kein Nirwana, keine Endlösung, keine Gleichheit, ein endloses Spiel ohne Götter und Götzen.

Real gewinnt keiner, alle sterben auf der Strecke!

Platz für Neues, und doch sind es oft nur verkümmernde Halme am Brennholz, für den Ofen der Zeit.

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