Hier möchte ich keinen langen geschichtlichen Exkurs unternehmen, sondern nur auf einige Prophezeiungen hinweisen, welche denen unserer heutigen Zeit ähnlich sind.



Diese Wandlung der wirtschaftlichen Struktur und damit der wirtschaftlichen Bedeutung der Ukraine zeigte sich unzweideutig bereits vor dem Kriege an, sie wurde durch den Krieg… gefördert, sie gewann nach der Revolution durch den Zusammenbruch des russischen Verwaltungsapparates, des Transportwesens und der russischen Wirtschaftsorganisation überhaupt, ferner durch den staatlichen Zerfall Russlands und schließlich durch die sowjetische Wirtschaftspolitik an Durchschlagkraft und sie wird unabweislich in der Zukunft durch die Wucht der natürlichen Gegebenheiten ihren vollen Sieg erringen.“

In den darauffolgenden Kämpfen mit Russland, die sie mit wechselnden Ergebnissen führte und die übrigens noch heute trotz Besetzung des Landes durch starke Sowjetarmeen in Form von elementaren Aufstandsbewegungen fortdauern, vermochte sie ihre Loslösung von Russland noch nicht zum Abschluss zu bringen…
Dennoch ist das Verhältnis zwischen der Ukraine und Russland jetzt und in der Zukunft durch diesen Akt der ukrainischen Selbstständigkeitserklärung prinzipiell festgelegt.“

Im Rahmen der Industrialisierung der Sowjetunion wurden im Osten der Ukraine in den heutigen Millionenstädten Dnipro (u. a. Chemie), Donezk (u. a. Schwerindustrie, Kohlebergbau) und Charkiw (u. a. Flugzeuge) große wirtschaftliche Zentren mit Universitäten entwickelt.

„Wie der Kampf um die Selbstständigkeit der Ukraine auch enden wird, gewiss ist, dass die wirtschaftliche Emanzipierung Süd Russlands nicht mehr rückgängig zu machen ist…. Diese Gründe waren auch für England maßgebend, das während der Verhandlung mit Krassin die ukrainische Staatsidee hervorzukehren verstand, als es galt, Sowjetussland gefügig zu machen. Es ist auch kein Geheimnis, dass gerade England auf die offizielle Anerkennung der ukrainischen Sowjetrepublik durch Moskau drängte, und das es die Entsendung einer besonderen ukrainischen Mission nach London verlangte, die die Abmachung betreffend den Handelsverkehr auf dem ukrainischen Territorium gegenzeichnen sollte.“

Tja, wenn man all diese so vorteilhaften Prognosen für die Ukraine von vor hundert Jahren liest, und dieselben heute wieder genauso ähnlich artikuliert werden, so besteht eine nicht unerhebliche Gefahr, sich wieder mal gründlich verschätzt zu haben. Übrigens auch interessant wie der Westen sich aufgrund der grossen Rohstoffreserven für eine nationale Ukraine stark gemacht hat.
Vor hundert Jahren wurde nicht eine unabhängige Ukraine skizziert, sondern sie wurde völkerrechtlich anerkannt 1917 selbständig, Im Jahre 1919 bekam sie von den Westalliierten den Donbas zugeschlagen und hatte die heutigen Grenzen.
Im Rahmen eines sowjetischen Überfalles verlor sie diese Selbständigkeit wieder – es folgte der Holodomor!