Do.. Feb. 5th, 2026
Ab 1. Januar 2027 wird Libau Kulturhauptstadt Europas, nach Tartu (2024) und Chemnitz (2025)

Schon am 25. Februar 2026 wird das sehr aktive Organisationsteam von „Liepāja 2027“ das Event-Programm für das kommende Jahr vorstellen. Angemessene deutsche oder deutschbaltische Beiträge finden sich bislang nicht wirklich. Fest steht aber, dass mehr als 500 Projekte für jede Menge Aufmerksamkeit im Spektakel-Jahr 2027 sorgen werden. Darunter auch große Jahrestage. Nicht nur Medien aus der „Bundesrepublik“ werden über Libau und das pralle Ostsee-Leben an Kurlands Küste berichten. Auch viele deutsche Touristen und private Investoren dürften absehbar ein Auge auf die Ostsee-Perle an Kurlands weiten Stränden werfen. Das wunderschöne Liepāja könnte zur Premium-Destination im Ostseeraum werden.

Viele Lettinnen und Letten halten die „Kulturhauptstadt Europas“ für noch sehr abstrakt und sehr weit entfernt. Kristiana aus Libau wundert sich, was dieser Titel überhaupt aussagen soll: „Wir Kulturhauptstadt, von was denn, von ganz Lettland?“
Nein, ganz Europas. Auch nicht nur der baltischen Staaten und der nordischen Länder. Ein Riesending kommt auf die romantisch-beschauliche Hafenstadt zu und noch interessiert sich kaum jemand für die Ereignisse des kommenden Jahres. Hinter den Kulissen sind die Würfel jedoch längst gefallen.
Ein Budget von mehr als 21 Mio. EUR steht bereit.
Schon im Jahr 2025 fanden 192 lokale Projekte statt, um die Stadtgesellschaft zu gewinnen und Erfahrungen zu sammeln. Allein 11 ausgewählte Projekte für internationale zeitgenössische Kunst erhielten im Jahr 2025 insgesamt 640.000 EUR.
Ein sehr professionelles Organisationsteam unter dem Vorsitz von Inta Šoriņa arbeitet an diesem Feuerwerk des Stadt- und Regonalmarketing für Lettlands „Stadt der Musik“.

In Vorbereitung dieser Reportage (auf der gerne aufgebaut werden darf) hatte der Autor Kontakt zu der lettischen Musikerin Baiba Bartkeviča, die dem Vorstand angehört. Sowie zur Leiterin PR und Marketing, Zita Lazdāne. Weiterhin zu Elizabete Hartmane, die sich um Projekte im Bereich internationale Beziehungen kümmert. Den rührigen Damen gebührt herzlicher Dank für ihre Auskunftsfreude. Sie sind Profis. Aus diesen Kontakten blinzelt ein Vorab-Einblick in den Stand der „Liepāja 2027“ Planung und Organisation, der so im deutschsprachigen Raum vor Veröffentlichung des Programms einzigartig sein dürfte. Möge die Leserschaft für sich das Optimum daraus machen. In wenigen Wochen werden die Planungen für 2027 bereits endgültig abgeschlossen sein.

Das war die Einladung zum STAMMTISCH LETTLAND auf dem Rigaer „Āgenskalna tirgus“ zum Impuls-Thema & Workshop „Liepāja 2027“, exakt einen Monat vor öffentlicher Enthüllung des Programms der „Kulturhauptstadt Europas 2027“

Genau 4 Wochen vor der Enthüllung des Programms trat Ende Januar 2026 der STAMMTISCH LETTLAND auf dem „Āgenskalna tirgus“ in der Hauptstadt Lettlands zusammen, um erstmalig eine deutschsprachige Öffentlichkeit für „Liepāja 2027“ herzustellen.
Die gesellige und interessierte Runde im Workshop-Format trug Recherchen aus verschiedenen Quellen zusammen, um sich einen ersten Eindruck zum Vorhaben „Kulturhauptstadt Europas 2027“ zu verschaffen.
Aus Libau angereist, nahm Taisija Histolubova vom Deutschen Kulturverband Liepāja teil. Sie ist eine jahrzehntelange Kennerin der Stadtverwaltung Libaus. Zudem begrüßte man u.a. Fionn Dobbin, deutscher Art Director mit Berliner Wurzeln aus Riga, der bereits für „Liepāja 2027“ beratend tätig wurde. Unterschiedliche Quellen aus der Organisation „Liepāja 2027“, aus persönlichem Erleben sowie mittels künstlicher Intelligenz (KI) wurden zusammengetragen und diskutiert.

Erstes deutschsprachiges Treffen in Lettland

In der fokussierten Runde verfestigte sich schnell der Eindruck, dass die neudeutsch bezeichnete „Awareness“ (das Bewusstsein hinsichtlich einer Herausforderung) in der Stadtgesellschaft und möglicherweise erst recht auf nationaler Ebene in Lettland für „Liepāja 2027“ noch nicht ausreichend ausgeprägt zu sein scheint. Dabei unternimmt das Organisationsteam große Anstrengungen, um mit „Botschaftern“ der „Kulturhauptstadt Europas 2027“ in unterschiedlichen Gemeinschaften der Zivilgesellschaft Aufmerksamkeit, Motivation, Engagement hervorzurufen. Auch die personelle Besetzung des Organisationsteams ist dank einer Kaskade von Stellenausschreibungen sehr gut.
Offenbar nehmen aber viele Lettinnen und Letten den Anspruch Liepājas, Kuldīgas (Goldingen), Südkurlands auf erfolgreiche Gestaltung des regionalen Großprojekts für das kommende Jahr noch nicht wirklich ernst. Es erscheint „weit weg“, abstrakt und von der eigenen Lebenswirklichkeit entkoppelt. Auch die mediale Vermittlung, jenseits eigener Internet-Recherchen, mag auf nationaler Ebene nach dem 25. Februar 2026 optimiert werden.
Diese „Awareness“-Problematik reicht noch immer tief in die Stadtgesellschaft hinein. Sogar kulturelle Schlüsselakteure, wie die Event-, Tourismus-, Gastronomie- und Off-Culture-Gruppe des dänisch-amerikanischen Musikers und Immoilienunternehmers Louie Fontaine befinden sich auf skeptischer Distanz zu „Liepāja 2027“. Wobei bei Louie, einer wirklichen „Hausnummer“ in Libau, dem die Stadt sehr viel zu verdanken hat, die Entfremdung bereits im Jahr 2024 kulminierte.
Seine ehemalige Lebenspartnerin Ivonna Kalita hält dann auch „Liepāja 2027“ für zu „trocken“ und zu „bürokratisch“ – und zieht es vor, die von Louie gegründeten Unternehmen aus dem offiziellen Programm herauszuhalten. Ivonna selbst ist Künstlerin und Kommunalpolitikerin.
Elizabete Hartmane weint dem allerdings nicht wirklich nach.
„Liepāja 2027“ sei an einer „diversen und vielfältigen kulturellen Landschaft interessiert“, die „unabhängige und nicht institutionelle Akteure beinhalten“ solle. Gleichzeitig aber,

„als eine Kulturhauptstadt Europas, arbeitet das Programm innerhalb gewisser Rahmenbedingungen für Transparenz, Qualität und öffentlicher Verantwortlichkeit.“

Am STAMMTISCH LETTLAND stand die Befürchtung im Raum, dass das so aufgestellte offizielle Programm der Organisatoren folglich zu sehr institutionalisiert enden könnte. Die große Chance für die Region Liepāja liege gewiss in erhöhter Aufmerksamkeit für die kulturellen Potenziale in den Jahren 2027 und 2028. Allerdings gehe damit das Risiko einher, über diese Aufmerksamkeit europaweit auch als „steif“ und „provinziell“ wahrgenommen zu werden, so der Tenor am STAMMTISCH LETTLAND.
Die Lösung könne in der verstärkten Beteiligung transnationaler, europäischer Projekt-Träger liegen, so auch mit einem Blick auf deutsche Interessenten für Kultur-Beiträge. Offenheit, die sowohl einer Kulturhauptstadt als auch einer Hafenstadt im Licht Europas entspricht.

Der hier illuminierte, heutige alte Friedhof Libaus, ist die historische Gründungsstätte der Hafenstadt Kurlands | Credit: Karlis Volkovskis, „Liepāja 2027“

Leitbild: Identität und historische Erinnerung

Zita Lazdāne weist u.a. auf das passende Leitbild hin. „Liepāja 2027“ sei ein langfristiger „kultureller und sozialer Prozess“ und nicht „nur eine einjährige Serie von Festivals.“
So liege „kulturelle Resilienz und Transformation“ im Spektrum der langfristigen Ziele über das Jahr 2028 hinaus, man wolle „Themen wie Identität, historische Erinnerung, Demokratie, Nachhaltigkeit und gesellschaftlichen Wandel“ fokussieren.
Andere Leitbilder seien, so Zita,

Nun ist Zita Marketing-Profi und das „PR Speak“ sei ihr nachgesehen. Was aber schnell allen Anwesenden des STAMMTISCH LETTLAND klar wurde: Zu „Identität“, „historischer Erinnerung“, „gesellschaftlicher Wandel“, „Ostsee“ und „Kultur“ gehört zweifelsfrei das deutschbaltische Erbe Libaus. Es reicht Jahrhunderte zurück. Ohne dieses Erbe gäbe es die „Stadt der Winde“ so nicht. Auch wenn seit 1918 die national erwachten Lettinnen und Letten die Fackel würdig und mit Haltung durch alle Stürme der Zeit tragen.
So entstand schnell der Impuls, noch „auf den letzten Metern“ vor der Programmpräsentation deutsche – oder deutschbaltische – Projekt-Beiträge einzuspeisen, auf den Weg zu bringen, zu veranlassen.
Am 3. Februar 2026 fand hierzu – tatsächlich – das erste Video Meeting mit „Liepāja 2027“ statt, u.a. mit Teilnahme des Dachverbands der „Latvijas Vācu savienība“ (LVS, Verband der Deutschen in Lettland).
Weitere Teilnehmerinnen rekrutierten sich aus „Domus Rigensis“ und „Deutscher Akademischer Austauschdienst“ (DAAD) sowie der „Deutschbaltischen Zukunftsstiftung“ (DBJW).

Libaus 400. Stadtgeburtstag

Bekannt war am STAMMTISCH LETTLAND Ende Januar 2026 weiterhin, dass der im Jahr 2025 zu feiernde 400. Geburtstag der Gründung Libaus in das Folgejahr ausstrahlen wird und sich im Programm von „Liepāja 2027“ spiegeln wird. Am 18. März 1625 verlieh Herzog Friedrich Kettler von Kurland der vom Deutschen Orden ab spätestens 1263 Libau genannten Kreuzfahrerburg die Stadtrechte. Urkundlich erstmals wurde die Ur-Siedlung Līva (oder „Villa Liva“), im Bereich des heutigen alten Friedhofs in Hafennähe gelegen, am 4. April 1253 erwähnt. Der jährliche Stadtgeburtstag wird also auch nach 4 Jahrhunderten am 18. März 2027 gefeiert werden – und bis Anfang April wirken.
Das lädt Beiträge aus der deutschen Gemeinschaft ein. Zu denken wäre an den „Monat der deutschen Sprache“ im April 2027, mit einer Veranstaltung am 4. April?
Dies fiele in den Aufgabenbereich des in Lettland sehr aktiven „Goethe-Institut“ sowie der agilen Botschaft der „Bundesrepublik“. Baiba Bartkeviča sagt, man sei offen für Vereinbarungen mit diesen Rigaer Partnern aus der deutschen Gemeinschaft in Lettland. Warten wir auf die Ergebnisse bei der Vorstellung des Programms am 25. Februar 2026.

250. Geburtstag der Libauer Bibliothek & Wissenschaft

Im Veranstaltungsjahr 2027 jährt sich auch ein weiteres großes kulturelles Datum. Wie schon Alexandria in der Antike, bekam im Jahr 1777 auch die Hafenstadt Libau ihre Bibliothek. Sie war damals die erste öffentliche Lesegesellschaftsbibliothek im Herzogtum Kurland. Die Nutzer waren hauptsächlich Deutschbalten. Der Gründer war der Libauer Pastor Johann Andreas Grundt (1732-1802).
In diesem Rahmen plant „Liepāja 2027“ eine wissenschaftliche Konferenz sowie Forschungsprojekte im Archiv des Hauses. Denkbar wäre also auch die Berücksichtigung der Vielzahl von deutschbaltischen Literaten, Wissenschaftlern, Dichtern und Denkern, die in den vergangenen 400 Jahren in diesen Hallen der Gelehrsamkeit inspiriert wurden, die einen Teil der besonderen kurländischen Identität Libaus, des heutigen Liepāja, begründeten.

Die Universität von Liepāja bildet Pädagoginnen und Pädagogen aus und ist nun der Technischen Universität Riga (RTU) angegliedert

Ein gegenwärtig diskutierter Projekt-Entwurf der LVS orientiert auf einen „Baltischen Ball“ im Sommer 2027. Denkbar wäre eine Event-Partnerschaft mit der „Liepājas Universitāte“ (jetzt RTU Liepāja), mit anderen Akademien des regionalen Zentrums, wie mit der „Liepājas Mūzikas, mākslas un dizaina vidusskola“ (LMMDV), sowie mit der nunmehrigen Uni-Trägerin, der „Rīgas Tehniskā universitāte“ (RTU) – mit ihren deutschen und europäischen Austauschstudenten. Das könnte auch den DAAD mit seinem Rigaer Büro für Estland, Lettland, Litauen involvieren. Wie gesagt, am Video Meeting, 3. Februar 2026, nahm sowohl für den DAAD als auch für „Domus Rigensis“ aus Riga Marika Barone mit teil.
Marika wies darauf hin, dass Anfang Juli traditionell die „Domus Rigensis Tage“ in Riga stattfänden, man aber zuletzt „vor 2020“ in diesem Rahmen einen Ball veranstaltet habe.
Ein solches akademisch-kulturelles Angebot hätte das Potenzial als angemessene Abendveranstaltung – unter Würdigung deutscher Wurzeln Libaus – im Umfeld des 250. Geburtstags der Libauer Bibliothek überregional zu glänzen und viele nationale und internationale Partner einzubeziehen.
Die virale Ausstrahlung bis nach Westeuropa, allein über soziale Medien, wäre für „Liepāja 2027“ gewiss mehrwertig und signifikant.
Zudem wurde mit der Leiterin des Rigaer DAAD über den STAMMTISCH LETTLAND im vergangenen Sommer schon die Projekt-Idee eines „deutschen Akademikerballs“ vage angedacht. Mit dabei damals, Claire von der „Rīgas Stradiņa universitāte“ (RSU), Semester Leader aller internationalen Erstsemesterstudenten. Eine Deutsche. Allein in Riga studieren regelmäßig um die 1000 Deutsche Medizin. Die internationalen Studentinnen und Studenten werden bis Mai, Anfang Juni in Lettland erreichbar sein, bevor es auch im Jahr 2027 in die Sommerferien nach Hause geht.
Neben den deutschen Kulturvereinen, der deutschbaltischen Gemeinschaft, tanzte die zeitgenössische akademische Gemeinschaft in Libau 2027 nicht nur ein, zwei, drei Walzer in die Zukunft.
Für die Organisatorinnen von „Liepāja 2027“ wäre ein solches Veranstaltungsformat ein weiterer kulturell-gesellschaftlicher Bernstein auf ihrer langen Kette bis in das Jahr 2028.

Mehr Partner an Bord: Reederei STENA LINE

Allen Beteiligten ist bis jetzt klar geworden, dass der langfristige Erfolg von „Liepāja 2027“ zwecks kurländischer Regionalförderung – weit über die Kultur als Nukleus hinaus – aus den Multiplikatoreffekten potenter Partner die gewünschte Dynamik entfalten kann. Nur mit lokaler Professionalität werden diese Potenziale nicht gehoben werden können.
Nochmal: Vielmehr bestünde das Risiko, dass nicht einbezogene Partnerorganisationen europaweit zu einer Wahrnehmung von „Provinzialität“ führten. Darum freuen sich die Organisatoren über Marketing-Partner über die Kultur hinaus, wie mustergültig der dänischen Schifffahrtsgesellschaft STENA LINE.
Die Reederei verbindet Lübeck-Travemüde mit Liepāja et vice versa täglich auf dem Seeweg.

Schon im Vorfeld des STAMMTISCH LETTLAND, im Januar 2026, wurde STENA LINE angefragt, ob man sich irgendwie bei „Liepāja 2027“ beteiligen wolle, ob es Gespräche gäbe.
Die besondere Situation bei STENA LINE ist, dass die Route Lübeck-Travemünde – Liepāja – Lübeck-Travemünde von Lettland aus verwaltet wird, wobei PR und Marketing von Warschau aus geführt werden. Tim Kötting, Director Germany für die Unternehmenskommunikation (Stand Ende Januar 2026):

„Aus Deutschland sind bislang keine besonderen Aktivitäten zum Thema geplant, da die Route vorrangig für Fracht genutzt wird und der touristische Aspekt nicht besonders stark promotet wird.“

Gleichwohl konnte Baiba am 3. Februar 2026 schon die stolze Mitteilung machen, dass es ihren „Liepāja 2027“ Marketing-Damen erfolgreich gelang, nun auch STENA LINE als Partner im Programm Anker werfen zu lassen. Allein die Marketing-Reichweite über die Website der Reederei dürfte deutliche touristische Effekte für Kurland generieren, nicht nur im Sommer 2027.

Noch hat aber der Winter 2026 Libau fest im Griff. Aber ein Ankommen in dieser Jahreszeit verspricht besondere Behaglichkeit. Die vielen, immer besser renovierten, Holzhäuser der Stadt sind das Funkeln im Schnee – und der Bernstein des Sommers. Eigentumswohnungen in diesen Kleinoden werden bereits um die 800 EUR/qm zum Kauf angeboten. Die Immobilienszene wird allerdings von litauischen Investoren dominiert, für die Liepāja „ihre“ Ferienküste ist. Aber auch zur Miete oder nur als Tourist in einem solchen heimeligen Häuschen zu wohnen, ist ein besonderes Erlebnis.
Es ist wirkliche Lebensqualität, die in Westeuropa oft nicht verstanden wird.
Auch hier wird „Liepāja 2027“ gewiss baltisch-kulturelle Ausstrahlung entfachen und das Eis interkulturell zum schmelzen bringen. Im Immobilienmarkt der „Stadt der Musik“ ist Musik.
Ein besonderer Faktor ist eben auch die praktische Seeanbindung mit dem PkW, dank STENA LINE.

Das 1. Gymnasium Libaus erstrahlt perfekt restauriert in historischem Jugendstil-Prunk, direkt an der Kurprommenade zum Strand
Der lange und breite Srand von Liepāja ist nicht nur im Winter eine Pracht – im Sommer einer der schönsten Strände des Baltikums

Der Schnee und das Eis schmelzen. Nach dem 25. Februar 2026 kommt langsam der Frühling. Mit ihm werden die zaghaften Knospen des Erfolgs des Organisationsteams seit dem Jahr 2022 sprießen.
Das bedeutet aber, dass in diesen letzten Wochen des Winters 2026 viele Hände anpacken sollten, um den Erfolg möglichst gedeihen zu lassen. Das sollten nicht nur lettische, kurländische Hände sein.
Die „Kulturhauptstadt Europas 2027“ hat Unterstützung aus ganz Europa verdient.
Packen wir es an!

Budget & Finanzierung von „Liepāja 2027“

Bei Kunst und Kultur sollte immer erst am Schluss über Geld gesprochen werden. Gut, dass „Liepāja 2027“ finanziell auf einer soliden Grundlage steht.
Das Gesamtbudget liegt laut dem „Strategic Framework for Goal Implementation 2024-2028“ (Stand Oktober 2025) nunmehr bei 21 Mio. EUR. Allerdings schätze man zu Beginn der Bewerbungsphase im Jahr 2022 einen Bedarf von 23,43 Mio. EUR, wie rückblickende Auswertungen zeigen.
Restbeträge können in das Jahr 2028 laufen.

Die Stadt Liepāja steuert aus kommunalen Mitteln 7,5 Mio. EUR bei.

Die Gemeinden Kuldīga und Südkurzeme sind mit jeweils 500.000 EUR, also insgesamt mit Partner-Leistungen von 1. Mio. EUR aus eigenen Haushaltsmitteln dabei.

Nationale Mittel aus Riga betragen immerhin 10 Mio. EUR.

Die EU bringt aus dem „Melina Mercouri Preis“ etwa 1,5 Mio. EUR ein.

Hinzu kommen insbesondere im Jahr 2027 private Mittel, aus Sponsoring und Einkünften aus Ticketverkauf, Merchandising und anderen nichtstaatlichen Quellen.

Der Hauptschwerpunkt der Ausgaben wird aus dem Jahr 2027 liegen, so auch die 10 Mio. EUR aus der Hauptstadt. Regelmäßig werden bei „europäischen Kulturhauptstädten“ 40-60 Prozent der Mittel erst im Veranstaltungsjahr verausgabt.

Deutsche Organisationen und kreative Einzelpersonen, die also passende Projekt- und Veranstaltungsplanungen „in der Schublade“ haben, sollten die „Schublade“ noch vor dem 25. Februar 2026 öffnen. Auf den Tisch bei „Liepāja 2027“ damit. Und zwar bitte schnell.

Das Gesamtprogramm für das Jahr 2027 soll bis zum Oktober 2026 abschließend veröffentlicht werden. Nachlaufend zur gegenwärtigen und wichtgsten Februar-Deadline soll dann noch ein „Open Call“ für einen „Hackathon“ erfolgen. In diesem Programmbestandteil stehen nur noch kleinere Zuschüsse von max. 10.000 EUR für Einzelprojekte zur Verfügung.
Eine Veranstaltungslinie dabei können Konzepte sein, die sich mit den alten deutschbaltischen Gutshäusern in der Region Libau befassen.
Der Veröffentlichungstermin des „Open Call“ ist noch offen.
Aber die Würfel für das Wesentliche sind gefallen.

Der STAMMTISCH LETTLAND wird aber im Mega-Jahr 2027 gewiss einen informellen, geselligen lokalen „Stammtisch“ in Liepāja anbieten. Und alle Leserinnen und Leser dieses etwas längeren Reports werden am Tisch herzlich willkommen sein. Termin & Details dann über die Socials (siehe unten). Prost, auf den verdienten Erfolg von „Liepāja 2027“!

Von Bruck M. Kimmerle

Das erste Mal in den Baltics (Litauen) in 2003, seit 2006 geschäftlich und privat in Riga ansässig, seit 2007 Veranstalter, Organisator, Koordinator des Berliner Expertennetzwerks BALTISCHER DIALOG, seit 2024 Reaktivierung des länger als 2 Jahrzehnte bestehenden STAMMTISCH LETTLAND in Riga. Gott schütze Lettland!

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