Di.. März 3rd, 2026

(von unserem Gastautor Bruno Rancis aus Liepāja)

Wenn ich mir anschaue, was rund um die Ukraine passiert, dann sieht es manchmal aus wie reine Schizophrenie auf höchster politischer Ebene. Unsere Politiker haben schon längst vergessen, was im Laufe der deutschen Wiedervereinigung zugesagt wurde. Bitte korrigieren Sie mich, falls ich mich irre. Könnte es sein, dass es um Frieden ging? Aber was haben wir jetzt? Die Antwort heißt Rheinmetall. Nun soll eine Munitionsfabrik in Litauen entstehen. Auch Lettland bestellt eine Munitionsfabrik von Rheinmetall. Guten Morgen, Berlin!

https://www.rheinmetall.com/de/media/news-watch/news/2024/11/2024-11-29-rheinmetall-unterzeichnet-vereinbarung-fuer-munitionsfabrik

Leider muss ich einigen Russen zustimmen, dass die Deutschen sich für ihre Väter und Großväter revanchieren wollen. Oder sind die deutschen Politiker einfach krank? Egal. Hauptsache, der Investor von Rheinmetall ist zufrieden.

Auch in Lettland finden wir diesen Widerspruch – einerseits begrüssen unsere Politiker ukrainische Flüchtlige die oft Russen aus Ukraine sind, obwohl man in Lettland meint, das die Ukraine den Krieg gewinnen muesse. Und anderseits versucht der lettische Staat die russische Sprache im Land auszumerzen. Einfach eine nationalistische Krankheit welche sich nicht nur im lettischen Kleinstaat wie ein Virus verbreitet.

2 Gedanken zu „Politische Schizophrenie“
  1. Naja, das ist eben Täterpsychologie! Um von den eigenen Fehlern abzulenken, muß man eben mit dem Finger auf andere zeigen. Der Volksmund nennt sowas die „Haltet den Dieb“-Mentalität. Der Dieb, der einer alten Frau die Handtasche aus der Hand reißt, zeigt auf irgendwen in der Menge und schreit „haltet den Dieb!“ während er am türmen ist.
    Rußland überfällt ein demokratisches und völkerrechtlich anerkanntes Nachbarland unter Bruch aller auch von Rußland unterschriebenen Verträge mit Annexions- und Vernichtungsabsichten und macht auch aus Angriffsplänen gegen den Westen keinen Hehl und zeigt mit dem Finger auf diejenigen, die sich zu ihrer Verteidigung rüsten müssen und unterstellt auch noch Revanchismus?
    Ich vermute mal, im Westen hat man genug eigene Sorgen, daß man das Geld auch lieber in andere Dinge als Kriegsgüter investieren würde, aber zu behaupten, der Ukrainekrieg sei eine Sache von Rheinmetall, ist wohl die Lächerlichkeit schlechthin – oder gibt es Hinweise, daß Putin sein Kriegsgerät aus Idealismus von seinen Oligarchenfreunden und Verbündeten geschenkt bekommt? Ich glaube nicht, daß die Waffenschmieden Rußlands, Chinas, Nordkoreas und Irans und ihre Bosse sich mit von Putin spendierten kostenlosen Mahlzeiten oder Fleißmedaillen für die Angestellten zufrieden geben?
    Und diese Rüstungsfabriken in Rußland haben ihre Produktion so dermaßen erhöht, daß weit mehr Material produziert wird als nötig ist, die Verluste in der Ukraine auszugleichen!
    Fassen wir zusammen, daß es nicht schizophren ist, sich gegen einen Gegner zu rüsten, der seit Jahren in der Ukraine nicht nur vormacht sondern auch noch ganz offen ankündigt, was auch uns blühen könnte, sondern es ist eben höchst rational! Aber die Propaganda des Kremls ist eben höchst doppelbödig und so selten plump, daß es eigentlich jeder sofort durchschauen müßte. Gut, daß der Autor schreibt „Die ANTWORT heißt Rheinmetall“, denn es ist der Kreml, der bisher alle Friedensbemühungen ausgekontert hat und dem Westen den Mittelfinger entgegenstreckt!

  2. Im Zusammenhang mit Beschaffung der F-35 habe ich zum ersten Mal gehört, dass zu einem weitreichenden Einkauf von Rüstungsgütern aus dem Ausland fast immer Kompensationen von den liefernden Industrien im eigenen Land vereinbart werden. Diese werden entweder in Form von Aufträgen an Zulieferer des Kundenlandes oder in Form von Investitionen im Kundenland erbracht.
    Wenn also baltische Staaten in D Rüstungsgüter beauftragen ist das zwangsläufig der Beginn, dass deutsche Rüstungsindustrie auch in baltischen Staaten investiert.
    Dass das alles passieren muss nach nunmehr fast einer Generation Frieden ist sehr bedauerlich aber die einzige Frage, die dazu beantwortet werden muss lautet: Möchte die Mehrheit der Einwohner der baltischen Staaten nach den in meinen Augen sehr beachtenswerten Erfolgen in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht seit der wiedergewonnen Unabhängigkeit weiter einen Weg auf Basis der Grundregeln der europäischen Union gehen mit allen Vor- als auch Nachteilen?
    Demokratie, Freizügigkeit (auch beim Zuzug ins eigene Land!), wirtschaftliche Zusammenarbeit und auch Finanzmitteln bis hin zur angestrebten Annäherung der Staaten in Infrastruktur und Wohlstand vs. viel Bürokratie und auch Regeln.
    Wird das mit JA beantwortet, ist Rheinmetall oder jeder andere europäische Rüstungskonzern definitiv auch ein Teil der Antwort und Konsequenzen seit wieder ein souveränes Land im geographischen Europa unfreiwillig in einen Krieg hineingezogen wurde und offen weitere auch EU Länder bedroht und noch ohne Waffen aber mit anderen Mitteln angegriffen werden.

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