Di.. Feb. 24th, 2026
Im Jahr 2027 wird Liepāja (Libau) Kulturhaupstadt Europas

Das „Deutsche Kulturforum östliches Europa“ bietet vom 14. Juni bis 17. Juni 2026 eine geführte Pressereise in die „Kulturhauptstadt Europas 2027“ an. Der Bewerbungsschluss für Medienschaffende ist der 12. April 2026. Vier der 14 Teilnehmerplätze sind ausdrücklich für Nachwuchskräfte in der Ausbildung reserviert. Ansprechpartner beim Kulturforum ist Dr. Martin Papst, Arbeitsbereich baltische Länder, Potsdam.

„Pilsēta, kurā piedzimst vējš“
„Die Stadt, in der der Wind geboren wurde“

So wird Liepāja (Libau) in Lettland genannt. An der Westküste Kurlands in den Dünen zwischen Ostsee und Libauer See gelegen, stand Libau lange im Schatten anderer Orte: Nicht nur der Metropole Riga, sondern auch von Ventspils (Windau) weiter nördlich oder Grobiņa (Grobin) und Kuldiga (Goldingen) im Landesinneren.

Der Bau des „Handelskanal“ genannten Hafens im 17. Jahrhundert ermöglichte den Aufstieg zur Stadt. Die direkte Eisenbahnverbindung im 19. Jahrhundert, bis in die heutige Ukraine, ließ Libau zum bedeutenden Exporthafen für Getreide und Auswanderer werden.
Von 1906 bestand bis Ausbruch des Ersten Weltkriegs sogar eine direkte Schiffsverbindung nach New York.

Auch das Militär des Russischen Imperiums erkannte die gute, da meist eisfreie, Lage. Der Zar ließ nördlich der wachsenden Industriestadt einen Kriegshafen (auf Lettisch „Karosta“) anlegen. Bis heute kann die dafür errichtete Militärstadt und Infrastruktur besichtigt werden.
Eine der Hauptsehenswürdigkeiten ist das „sowjetische“ Gefängnis in historischen Mauern. Dort kann man Okkupation „live“ erleben und sogar als „Häftling“ – gegen kleine Geldstrafe an die Betreiber – übernachten.

Die Hafenstadt strotzt vor den vielen Spuren ihrer wechselhaften Geschichte: von den deutschbaltischen Kaufleuten und Bürgern, die heute weitgehend in Vergessenheit gerieten, den lettischen Handwerkern und Arbeitern und der tragisch, verbrecherisch ausgelöschten jüdischen Gemeinde.
Der freiwilligen „Umsiedlung“ der Deutschbalten – auch über den Libauer Hafen – Ende 1939 folgte bald die nationalsozialistische Besetzung 1941, die mit der Ermordung der jüdischen Bevölkerung in den Dünen nördlich der Stadt begann.
Nach dem 2. Weltkrieg fiel Libau wieder an die Sowjetunion, wie das gesamte sowjetisch besetzte Lettland. Mit dem „Baltischen Weg“ 1988 erfolgte nach dem jahrzehntelang erzwungenen Sozialismus und Kommunismus die Prelude zur „Singenden Revolution“ von 1989-1991.
In der modernen Republik Lettland ist Libau die drittgrößte Stadt, beliebter Urlaubsort und Heimat vieler beliebter Musikerinnen und Musiker. Liepāja ist ein Premium-Reiseziel an der baltischen Ostseeküste. Halb Litauen verbringt in Kurland regelmäßig den Sommerurlaub.

Ab dem 1. Januar 2027 werden in Liepāja (Libau) mehr als 500 Kulturveranstaltungen im Rahmen der „Kulturhauptstadt Europas 2027“ gefeiert

Für Bewerbung auf die Medienreise bittet das „Deutsche Kulturforum östliches Europa“ um Angaben zum Interessenschwerpunkt und zu den Medien, für die Beiträge geplant werden:

Dauer: Sonntag, 14. bis Mittwoch, 17. Juni 2026

Unterbringung: Hotel „Amrita“ (drei Übernachtungen mit Frühstück, Einzelzimmer).

Verpflegung: Kosten für drei Übernachtungen mit Frühstück, zwei Mittagessen und drei Abendessen werden übernommen, die Getränkekosten zahlen die Teilnehmenden jeweils selbst.

Kosten: Das Deutsche Kulturforum übernimmt Organisation, Betreuung und Kosten für die Exkursion vor Ort bis auf einen Eigenbeitrag in Höhe von 100,00 EUR pro Person (50,00 EUR für Nachwuchskräfte).

Um allen Beteiligten größtmögliche Flexibilität zu ermöglichen, erfolgt die An- und Abreise aller Teilnehmenden eigenständig und auf eigene Rechnung. Dr. Papst vom „Deutschen Kulturforum östliches Europa“ unterstützt jedoch gerne bei der Planung.
Wer mit dem eigenen Kraftfahrzeug anreisen möchte, dem sei u.a. die dänische Reederei STENA LINE empfohlen, die Marketing-Partner von „Liepāja 2027“ ist und von Lübeck-Travemünde – Liepāja – Lübeck-Travemünde eine knapp eintägige Mini-Kreuzfahrt mit frischer Seeluft und bis zu 4 Mahlzeiten anbietet.

Das umfangreiche Programm der Veranstaltungen zur „Kulturhauptstadt Europas 2027“ ist seit dem 25. Februar 2026 öffentlich

Das „Deutsche Kulturforum östliches Europa“ bietet weitere Informationen zur Medienfahrt im Sommer 2026 auf der Website. Die Eckpunkte der Reise vorab:

Vorstellung des Kulturhauptstadtjahr-Programms und Gespräch mit dem Organisationsbüro Liepaja2027

Es wird eine Stadtführung für die Gruppe geben.

Gespräche mit Deutschlehrenden an Libauer Schulen und der Universität (ein Zentrum der Ausbildung von Pädagoginnen und Pädagogen in Lettland, neuerdings an die Technische Universität Riga angegliedert) werden angeboten.

Eine Exkursion erfolgt in die Region, u.a. nach Kuldiga (Goldingen, UNESCO Weltkulturerbe seit 2023, eine ehemalige Hauptstadt des Herzogtums Kurland).

Ein Besuch des ehemaligen Kriegshafens „Karosta“ und des Holocaust-Denkmals vermitteln unmittelbare Eindrücke von der Geschichte der Stadt.

Der Besuch des Okkupationsmuseums liefert Einblicke in die Tragödie der nationalsozialistischen und sowjetischen Besatzung dieser einst bürgerlichen, wohlhabenden Metropole Kurlands.

Möglicherweise wird am Sonntag, 14. Juni 2026, ab 12:00 Uhr, bereits eine Exkursion des Rigaer STAMMTISCH LETTLAND mit einem Libauer „Stammtisch“ auf der Terrasse der schönsten Strandbar der Ostsee-Republik, der „Mermaid“, angeboten (Selbstzahler). Interessentinnen und Interessenten können dem STAMMTISCH LETTLAND auf Facebook und Instagram folgen, um über den Libauer Termin auf dem Laufenden zu sein.

Weitere, private, vertiefende Stadtführungen auf Deutsch, zu individuell bevorzugten Schwerpunktthemen, bietet Taisija Histolubova (Kontakt über das Organisationsteam von „Liepāja 2027“ an.

Von Bruck M. Kimmerle

Das erste Mal in den Baltics (Litauen) in 2003, seit 2006 geschäftlich und privat in Riga ansässig, seit 2007 Veranstalter, Organisator, Koordinator des Berliner Expertennetzwerks BALTISCHER DIALOG, seit 2024 Reaktivierung des länger als 2 Jahrzehnte bestehenden STAMMTISCH LETTLAND in Riga. Gott schütze Lettland!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Translate »